FunMade.de Just kidding – Hannover

3Apr/110

Flucht durch Hannover (Mister X in RealLife)

Samstag, 02. April 2011, eine Gruppe von 6 Menschen trifft sich an der Kröpckeuhr im Herzen Hannovers, besprechen sich kurz, zücken ihre Smartphones. Ein Kanon von "Ping"-Geräuschen ertönt, wie man sie aus U-Boot Filmen kennt. Schließlich wird es still in der Runde, Handys werden in der Mitte der Runde scheinbar zusammengehalten und plötzlich rennt einer weg. Die anderen reden noch zwei Minuten und verschwinden in alle Richtungen, ihrem jeweiligen Handy hinterher, das sie vor sich tragen.
Diese Szene muss auf die Umstehenden recht bizarr wirken. Vor allem, wenn sie einen der Gruppe später an anderer Stelle in der Stadt immer noch seinem Handy nachrennend wieder sehen. Was ist hier los?

Hier treffen sich Neue Medien und die reale Welt, hier wird eine Stadt zum Spielfeld für eine abgewandelte Version des Ravensburger Spieleklassikers "Scotland Yard" und die Gruppe von Menschen, das sind die Spielfiguren. Damit das RealLifeSpielbrett überschaut werden kann, wird eine App auf die Smartphones (iPhone oder Android mit GPS-Modul und Datenflatrate) installiert, die einen Stadtplan nebst den Spielerpositionen anzeigt. Dazu verwendet die App die GPS Ortungsfunktion des Handys.

iPhone Screenshots Mister X mobile

iPhone Screenshots Mister X mobile

Mister X rennt los und bekommt einen Vorsprung. In den Spieleinstellungen lassen sich die Größe des Spielfeldes (Radius um den Ausgangspunkt) sowie das Zeitintervall zur Anzeige der Position von Mister X einstellen. Dessen aktuellen Aufenthaltsort sehen die Detektive nur alle z.B. zwei Minuten. Das macht den Reiz beim Versuch ihn einzukesseln und zu schnappen aus. Schaffen dies die Verfolger in der eingestellten Zeit nicht, so gewinnt Mister X. Dieser sieht die aktuellen Positionen und Bewegungen seiner Verfolger in Realtime.

Beide Seiten haben zudem einige Gadgets, die, zur richtigen Zeit angewendet, sehr hilfreich sein können: Tarnkappen, Nebelbomben, Schreie etc. Die Detektive können sich sogar per Telefonat und Konferenzschaltung koordinieren (wenn sich alle mit Telefonnummer angemeldet haben).

Nettes Feature zum Schluss: Wenn das Spiel beendet ist, wird der Weg zum Ausgangspunkt und zudem Cafés und Kneipen in der Umgebung angezeigt. Verbesserungsvorschlag: die Spieler (z.B. Mister X) sollten einen Sammelpunkt nach dem Ende selbst festlegen und übermitteln können, da der Startpunkt durchaus recht weit entfernt sein kann.
Die App wird vom Hersteller als „Forschungsprototyp” bezeichnet. Dennoch haben wir keine Abstürze erlebt. Nur manchmal zickte die GPS-Ortung, was gerade beim Spielstart etwas störend war, aber dafür kann die App wohl nichts.

Nach dem Spiel bekommen die Mitspieler eine Mail mit einem Link zu einer kml-Datei, die sich mit Google Earth anzeigen lässt. Dort sind alle Wege der Mitspieler noch einmal genau betrachtbar und besprechbar. Sehr schön (vgl. Bild).

Die Jagt nach Mister X

Der Jagdverlauf nach Mister X

Die App ist kostenlos, das Wetter war super, die Runde klasse. René G., unser "Socialhub" (die Wortkreation des Tages), hat den Spieltag initiiert und Mitspieler organisiert. Wir haben zwei Spiele gespielt und den Tag mit einem spontanen Grillen beendet. Wir freuen uns schon auf unseren nächsten Termin, den wir stilecht per Facebook Gruppe synchronisieren.
Auch wissen wir nun, dass einige Regeln aufgestellt werden müssen: GPS versagt in Räumen, daher darf man nicht in Gebäude, zudem wäre es im Kaufhaus nicht möglich, die Etage auszumachen. Außerdem muss die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrädern etc. abgesprochen werden (Mister X hat uns durch eine kurze Fahrt mit der Stadtbahn ganz schön irritiert und gescheucht).

Einzig die Akkuleistung der Smartphones hat den Spieltrieb gebändigt. Wenn man eine Stunde mit aktivierter Ortung und leuchtendem Screen unterwegs ist, neigt sich der Akku dem Ende entgegen. Ach ja, einen Effekt hat das Spiel noch: man ist im Freien und läuft viele, viele, viele, sehr viele Meter, echt sportlich.
Auch Varianten mit Autos oder mit dem Rad wurden schon andiskutiert.

Auf jeden Fall werden wir Mister X noch häufiger jagen...

26Mrz/110

iPad2 Wahnsinn und ich mittendrin

Ich dachte, ich sei zu alt für so eine Aktion...
Freitag den 25.03.11 um 17Uhr startete der Verkauf der neuen iPad Generation in den Apple Geschäften. 'Mein' Händler hat mit Vorbestellungslisten gearbeitet und da war ich letztlich doch recht weit oben. Nachts um 1:30h bekam ich eine Mail mit der Auftragsbestätigung und dem Hinweis ‚mein’ Gerät sei für mich zwischen 17 und 20 Uhr abholbereit. Und nur dann. Würde ich es nicht abholen, würde es den nächsten Tag in den freien Verkauf gehen. Eine Verständliche und wie ich finde faire Vorgehensweise.
Konsequenz: Ich muss am Tag des Verkaufstarts in das Geschäft rein...

Bereits einen Monat zuvor hatte ich Foto vom Verkaufstart in den USA und den langen Schlangen vor den Stores gesehen. Am Nachmittag des 25. selbst, sah ich dann Berichte über die ersten Wartenden vorm Apple Store München, 400(!) an der Zahl. Upps, da wurde mir erst klar, was mir bevorstehen könnte und schon war ich auf dem Weg zum Geschäft (ich war ca. um 16.30Uhr dort). Okay, da warteten doch schon einige, allerdings 'nur' 100-150. Ich reihte mich ein und es dauerte nicht lange und die Schlange hinter mir war genauso lang wie vor mir. Netter Service vom Shop: Sie haben an die Wartenden Snickers verteilt (wenn’s mal wieder länger dauert – by the way: Eine gute Idee für eine Promo-Aktion des Schokoriegelherstellers).

Nun formten sich Diskussionen, Wunschlisten wurden gegenseitig aufgezählt und die Spekulationen über vorhandene Stückzahlen entbrannten. Ich hab meine Mail erst mal nicht erwähnt, hätte die Stimmung sicherlich gedrückt. In dem Moment erzählt ein anderer Mitwartender mit vor Stolz geschwellter Brust, dass er eine solche Mail bekommen hätte. Erst Stille, dann eine Traube um ihn und seinen Ausdruck herum, dann wieder Stille und schließlich wilde Diskussionen. Nach und nach outeten sich weitere und auch ich, woraufhin die netten Gespräche deutlich zurückgingen.

Doch alles schien vergessen als die Tür geöffnet wurde. Plötzlich wieder Freude und Hoffnung in den Gesichtern, Gedränge in der Schlange und plötzlich: Stillstand. Die haben die Tür wieder zugemacht... Klugerweise wurden die Wartenden in Intervallen eingelassen. Wieder wurde spekuliert, diskutiert und gehofft. Nach einer guten Stunde in der Schlange kam auch ich durch die Tür. Froh, wieder tief durchatmen zu können. Ich gab meinen Mailausdruck ab, bekam mein Gerät und schon war ich wieder draußen. Jetzt galt es nur noch den Spießrutenlauf durch die Warteschlange zu überstehen, denn die Abgefertigten wurden durch einen Hausflur rausgeschleust, der in der Mitte der Schlange endete. Neidische Blicke gingen hinter jedem her, der eine Tüte in der Hand hielt. Gut, dass es letztlich nur um ein Elektro-Spielzeug geht und nicht um Grundnahrungsmittel im Krisengebiet. Dann plötzlich hatte ich es geschafft: Ich war daheim, packte mein neues iPad aus, begann einzurichten und dachte mir, wie überrascht die Jungs im Geschäft wohl geschaut hätten, wenn ich nach dem Schlangestehen im Laden um Beratung zur Konfiguration eines PowerMac gebeten hätte....

Wie gesagt, ich hätte nie gedacht, dass ich mich jemals in so eine Schlange einreihen würde, aber es hat sich nun mal so ergeben, es waren (bis zu meinem Outing) auch recht nette Gespräche dabei und letztlich zählt nur: ich hab’s!

Und so hab ich es bislang erlebt:
· Wie konnte ich nur ohne 🙂 ?
· Das Ding ist flacher und leichter, das macht sich echt bemerkbar.
· Die Geschwindigkeit hab ich bislang nur beim Abspielen von DivX Videos erlebt, die (VCL-App, subjektiv empfunden, kein Benchmark) flüssiger laufen. Bin aber auf die optimierten Apps gespannt.
· Die Kameras sind vorhanden aber eher schwach auf der Brust. Allerdings mal ernsthaft: wer benutzt das iPad als Kamera? Für FaceTime reichten sie aus.
· Das SmartCover ist einfach cool und praktisch. Ich wundere mich noch immer, dass bei all den Spekulationen niemand so ein Ding auf dem Schirm hatte und Steve Jobs tatsächlich eine Überraschung präsentieren konnte. Einziges Problem: Es ist kein Transportcover, da braucht es noch eine Ergänzung. Mal sehen, was da in den nächsten Wochen auf den Markt kommt.

In Summe: Ein tolles, praktisches und auch produktives Gerät.
Mit einer kleinen Geschichte drum rum.

6Okt/100

Überrundet !

Es gibt immer wieder diese Momente, an denen man selbst festmachen kann, dass die Zeit stetig voranschreitet. Abgesehen von kurzen Wehmutsgedanken ist das ja auch gut so und kaum einen Blogbeitrag wert. Heute allerdings fühle ich mich, ich will es mal überrundet (überhholt hat so einen Nebengeschmack) nennen.

Was ist passiert?

Es war 1982, als ich nach ersten Telespielerfahrungen (Atari) mir mit stolz geschwellter Brust meinen ersten Heimcomputer, einen Sinclair ZX Spectrum 48K (Z80 Prozessor @ 3,5 MHz und ja, das M steht für Megahertz sowie das K für Kilobyte - Sinclair auf Wiki). Er setzte sich vom C64-Mainstream neben seiner Gummitastatur auch durch eine eingeschworene Fangemeinde ab. Ich lernte Basic, Maschinencode, Floatingpointberechnungen ... eben alles was nötig war, sich seine eigenen Programme zu schreiben. Ich war in der Zukunft angekommen, ein tolles Gefühl!

Heute, 28 Jahre später, habe ich mir eine App (Link) auf mein iPhone (PS: mit 32GB, das ist das ca. 699051 fache von 48K) geladen. Diese App beinhaltet eine authentische Sammlung alter ZX Spiele (beim Spectrum konnte man nur je ein Spiel in den Speicher laden, von Kassette!) mit extra reduzierter Grafik und extra miesem Ton...

Der Stolz von damals am Gürtel von heute.

11Sep/100

Neues Spielzeug

Im Mai kam das iPad auf den Markt und ich sagte mir, ich brauche es nicht. Und ganz ehrlich, ich brauche es wirklich nicht. Dennoch flammte der innere Kampf jedes mal wieder auf, sobald ich so ein Ding in der Hand hatte. Gestern habe ich den Kampf verloren... Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines solchen Spielzeugs. Und ich freue mich riesig darüber, denn das Teil ist cool. So ganz wirklich brauchen tue ich es immer noch nicht, aber ich wollte es einfach haben.
Kompliment an Apple und seine Marketingabteilung.
Ich habe jedenfalls selten so die Zeit verfliegen erlebt, wie dieses Wochenende...