FunMade.de Just kidding – Hannover

7Mrz/110

Das war die CeBIT 2011

Man mag über die CeBIT denken, was man will, mir gefällt sie.

Bereits letztes Jahr habe ich mich über subjektive Auffälligkeiten ausgelassen, nach denen der Höhenflug der Messe ein wenig vergangen scheint. Nachdem mir im Vorfeld der diesjährigen CeBIT bereits tausende von Freitickets an allen Ecken und Enden offeriert wurden, hatte ich Zweifel um die Qualität der Ausstellung. Es wirkte auf mich (rein subjektiv!), als versuche man verzweifelt Besucher aufs Gelände zu bekommen.

Nach einigem Überlegen hab ich mich dennoch zum Besuch der CeBIT 2011 entschieden. Mein Fazit: Der Besuch hat sich gelohnt. Man nimmt eine Menge Ideen, Impressionen und Kontakte mit. Während die großen Stände beeindruckten und mit Stars und Aktionen aufwarteten (Bei Vodafone fuhr z.B. Michael Schumacher im Mercedes SLR an mir vorbei, bei Telekom stand die Scherzinger auf der Bühne etc.), waren es aber doch die Mittelstands-Gemeinschaftstände, die ich besonders reizvoll fand. Insbesondere bei Webciety gab es ein super Programm und interessante Gesprächsrunden. Ich wäre gern auch öfter dort gewesen.

Erwähnenswert ist vielleicht auch noch die Impression der Parallelwelten zwischen Hallen 4 und 23:
In Halle 4 hatte die Deutsche Telekom ihren beeindruckenden Stand. Dort wuselten jungdynamische Verkäufer und stylische Promotorinnen in T-Mangenta über den Hochglanzboden. Ich wechselte dann auf die andere Seite der Messe, in Halle 23. Dort "spielten" (es ist aber tatsächlich eSport) zumeist eher jugendliche Besucher, im subjektiven Mittel eher Typ Antiheld anmutend, in Scharen War- oder Starcraft sowie ein Egoshooter-Masters (man verzeihe mir meine unpräzisen Angaben, es ist nicht so ganz mein Genre). Schon zwei sehr unterschiedliche Menschentypen (völlig wertungsfrei!).

Letztlich fällt der Abschlussbericht der CeBIT 2011 sehr positiv aus und verheißt Gutes für 2012. Inwieweit hohe Kontingente an Freikarten ihr übriges dazu getan haben soll einfach mal egal sein, denn wer sich in der Branche bewegt, dem kann man einen Besuch nur empfehlen.

Zwei Dinge fand ich persönlich schade:
1) Steve Jobs hätte sein iPad2 auch gerne auf der CeBIT statt im fernen Amerika präsentieren dürfen, wenn die Keynote schon terminlich auf den CeBIT-Eröffnungstag fällt.
2) Das Wort "Cloud" kann ich nicht mehr sehen, fand es sich doch auf nahezu jedem Stand und Slogan wieder. Aber es ist eben DER aktuelle Trend.

Bin gespannt auf den Trend 2012...

25Feb/100

CeBIT 2010 in Hannover: moderater Ausnahmezustand

Nächste Woche ist es endlich wieder soweit: die CeBIT (übrigens ist der Name die Abkürzung für „Centrum der Büro- und Informationstechnik“) öffnet in Hannover der IT Welt sowie den Nerds und Geeks ihre Tore und präsentiert weltbewegende sowie neue Dinge und Dienstleistungen auf Ständen, in Konferenzen und Meetings sowie beim zwanglosen ComeTogether in den Abendstunden. Leitmesse, Wegweiser, Publikumsmagnet...?

Die Erfolgsgeschichte der CeBIT (vgl. www.cebit.de) ist steil nach oben gerichtet. Als in der Goldgräberphase des Mobilfunk die Messe zu platzen drohte, wurde sie Mitte der 90er "reprofessionalisiert": die Besucherpreise wurden auf Fachbesucherniveau gesteigert und der Home-Ableger für die Privatbesucher..., na ja, der floppte. Praktischerweise sind die Preise auf ihrem neuen Niveau geblieben. In Zeiten sinkender Besucherzahlen (etwas, das man statistisch nicht gern sieht, hängt davon doch letztlich der wirtschaftliche Erfolg ab) werden Freikarten wie warme Semmeln verteilt. Veranstalter erhalten (so hab ich es mehrfach mitbekommen) großzügige Kontingente an Freikarten zur Verteilung gestellt (Anreiz für Aussteller und Besucher). Gleichzeitig beginnen die Aussteller zu sparen: Die großen Teasershows mit den Größen des Entertainment sind rar geworden, die Fläche und der architektonische Anspruch der Stände nimmt ab und manches Unternehmen bleibt ganz fern. Die CeBIT auf dem Weg in die zweite Liga?

Im Zeitalter des Internet gewinnt eine Messe nach meinem Empfinden in erster Linie durch das haptische Element an Interesse, d.h. ich kann dort mal ein Produkt in die Hand nehmen, ansehen und bedienen. Wirklich neu ist dagegen kaum noch etwas. Die Großen präsentieren ihre Produkte zeitnah auf eigenen, medienwirksamen Shows. Zum Beispiel präsentiert Apple sein iPad ja auch nicht auf der CeBIT. Und die Information und der direkte Kontakt? Meines Erachtens lassen sich die meisten Fragen ohne den Stress eines übervollen Messestandes per Mail, Conferencing, Forum, Tutorials etc. schneller und direkter beantworten. Dennoch, Fachbesucher kommen auf ihre Kosten, schließlich planen sie ihre Termine im Vorfeld, Geschäfte werden gemacht, Gespräche geführt, Impressionen und Ideen gesammelt. Nerds und Geeks werden gebauchpinselt, Endkunden bekommen Werbegeschenke, die Marketingabteilungen sind in ihrem Element. Auch die Personalabteilungen kommen bei Bewerbungsgesprächen und Recruitingmaßnahmen „ganz nebenbei“ auf ihre Kosten. Viele Unternehmensbereiche neben dem eigentlichen Produkt werden auf einer Messe erfolgreich berücksichtigt.

Noch vor drei bis vier Jahren war für Hannoveraner die Stadt während der CeBIT Sperrgebiet. Straßen und Restaurants waren übervoll und in Clubs und Discos war Ausnahmezustand. Im letzten Jahr war ich am Messemontag spontan mit Freunden essen gegangen und wir hatten freie Auswahl bei den Tischen und in den sonst so vollen Clubs war es überschaubar.

Die CeBIT scheint etwas ruhiger geworden zu sein und über ein Freiticket hat sich wohl auch noch niemand geärgert. Wenn man dann noch nach einigen guten Gesprächen und Geschäftsabschlüssen gemütlich essen und eventuell auch tanzen gehen kann, so ist das doch eher positiv zu bewerten.

Sehen wir mal, was Hannover dieses Jahr erwartet. Ich werde die CeBIT auf jeden Fall besuchen. Ich freue mich darauf und ich denke, es wird spannend.